Durchhalten oder lieber loslassen?

oder: Ein paar Wortspielereien einer Lebensdolmetscherin®

Wer kennt sie nicht, die berühmten Power-Durchhalte-Sprüche wie z.B.

  • „never give up“ oder
  • „geht nicht, gibt’s nicht“ oder
  • „nicht das Beginnen wird belohnt, sondern das Durchhalten!“ oder
  • „wenn du heute aufgibst, wirst du nie wissen, ob du es morgen geschafft hättest“

 

Und so bemühen wir uns Tag für Tag, weiter zu machen, durchzuhalten, festzuhalten oder sogar auszuhalten.

 

Im Gegenzug dazu gibt es auch die viel und oft erwähnten Loslass-Sprüche wie z.B.

  • „wer los lässt, hat 2 Hände frei“, oder
  • „Lerne loszulassen, das ist der Schlüssel zum Glück“ oder
  • „lass los, wenn es zurück kommt ist es deins“ oder so ähnlich.

 

Doch wie funktioniert Loslassen tatsächlich und wie sieht es denn bei dir damit aus? Weißt du denn genau, wie du loslassen kannst oder wann du durchhalten sollst?

 

Als LebensDolmetscherin® darf ich oft Routenplanerin sein, wenn es um Entscheidungen geht. Dabei  kommt dir mein genaues Hinhören und meine „Dolmetscher-Qualität“ zu Gute, weil ich deine Worte sehr genau wahrnehmen, und dir auch den Sinn hinter deiner Aussagen übersetzen kann.

Meine – wie ich das nenne – „Wortklaubereien“ können dir eine erstaunliche Klarheit geben, wenn du für dich authentische und ehrliche Entscheidungen suchst, die du letztendlich auch mühelos umsetzen kannst.

Sehr oft werde ich gefragt

Soll ich durchhalten oder lieber aufgeben?

Das Wort durchhalten, aber auch  Begriffe wie z.B.  festhalten oder aushalten beinhalten den Wortstamm Halt und da haben wir – je nachdem welche Intention wir selbst damit verbinden, zwei ganz unterschiedliche Ansätze.

Halt kann einerseits etwas sein, das dich stärkt, dir also HALT gibt.

Halt! verweist jedoch auch auf eine Situation, in der wir, etwas anders ausgedrückt, einen Stop einlegen können/sollen/wollen.

Ich selbst bin jemand, der ganz schön lange durchhalten kann. Und zwar dann, wenn ich davon überzeugt bin, dass mir eine Sache, ein Mensch oder ein erwartetes Ergebnis einen starken Halt gibt.

Ich bin jedoch nicht unbedingt jemand, der glaubt, bis zum „bitteren Ende“ etwas aushalten zu müssen. Ich spüre genau, wann ich einen STOP einlegen muss.

Doch wie kannst du schneller herausfinden, welche Entscheidung für dich die Richtige ist?

Ich gebe dir dafür ein paar Beispiele:

 

 

 

 

 

 

Durchhalten:

Wenn du dir überlegst ob du etwas durchhalten sollst, dann prüfe genau, ob dir das Durchhalten im Ergebnis einen stabilen Halt gibt, oder ob es an der Zeit ist, Stop zu sagen, weil es dir nicht (mehr) gut tut und dich das angestrebte Ergebnis nicht klar und deutlich stärkt.

Aushalten:

Wenn du spürst, dass etwas kaum noch zum Aushalten ist, weil es dich viel mehr Kraft kostet als dir Energie, Freude und Leichtigkeit zu bringen, dann ist es Zeit für ein klares STOP!

Festhalten:

Festhalten solltest du nur das, für das es keinen (besseren) Ersatz gibt. Wenn es darum geht, ob ich irgendetwas festhalten möchte oder sollte, so hilft mir die Frage: Gibt es etwas Besseres?

Wenn du dir also die Frage stellst, ob du durchhalten oder loslassen sollst, dann beobachte ganz genau, was du dabei FÜHLST! 

Willst du etwas HALTEN weil es dir einen starken Halt gibt, weil es dir dient,  und weil du dich dabei wohl fühlst?  Oder spürst du eher, dass es dich müde macht, auslaugt, dich viel zu viel Kraft kostet und es dich befreien würde, wenn du es auf-, her- oder abGEBEN würdest.

Kommen wir nun zu der weiteren Frage, die mir immer wieder gestellt wird:

Wie kann ich loslassen lernen?

Auch hier finden wir 2 spannende und völlig unterschiedliche Wortbausteine:

Einmal den Wortteil Los  in der Form, dass du das Gefühl hast „Ich habe das große LOS gezogen“ und auch in der Aussage: „Auf die Plätze, fertig, los!“ Da ist spürbare Power drin, Kraft und ganz viel Energie.

Wenn ich aber über das Los = Schicksal nachdenke, sieht die Sache schon wieder ganz anders aus.

Eine Anmerkung am Rande: Ich kriege immer wieder die Krise, wenn ich lese oder mir Klienten sagen, irgendein Therapeut oder Coach hätte gesagt: „Du musst nur loslassen lernen“

So einfach ist das nicht! Ich geb dir ein Beispiel: Wenn mir eine Frau über ihr Schicksal und ihr verstorbenes Kind erzählt, dann finde ich den Ansatz „Du musst endlich loslassen!“ schlichtweg geschmacklos!

Fakt ist, wir können und wir müssen nicht immer und nicht alles loslassen.

Helga Schäferling hat dies einmal so beschrieben (und den Spruch finde ich wirklich klasse!):

Es ist schon eigenartig, dass wir selbst beim Loslassen noch meinen, wir müssen etwas leisten.

Ich möchte heute mal ganz provokativ behaupten: Loslassen kann man nicht lernen (lernen = rationale Ebene). Loslassen kann man nicht mit Anstrengung TUN, denn Loslassen passiert nicht auf rationaler, sondern auf emotionaler Ebene.

WAS du allerdings tatsächlich lernen kannst ist, deine Sicht auf die Dinge und deine Einstellung zu verändern! 

Dadurch wandelst du die rationale Situation auf eine emotionale Ebene. Und genau dann passiert etwas ganz Entscheidendes: Hier MUSST du nicht mehr loslassen, denn genau hier lässt „es“ DICH los!

(Wie das genau funktioniert, zeige ihr dir gerne in meinem Workshop EIN LIEBEVOLLER DIALOG MIT DEINEM LEBEN

Doch kommen wir noch zum 2. Wortbaustein, der aus meiner Sicht genauso wichtig ist: Nämlich das Wort  lassen!

Wir können etwas zulassen und wir können uns auf etwas einlassen.

Wir können etwas lassen wie es ist. Wir können auch lernen, etwas sein zu lassen!  Frag nicht, wie oft ich schon gehört habe: „lass‘ das mal lieber bleiben“ (auf Bäume klettern, Schokolade essen, nachts Blog-Artikel schreiben, smile)

Ist das nicht auch eine kontroverse Behauptung? Einerseits steckt hier die Energie des Bleibens (also hier bleiben, dran bleiben, weitermachen und andererseits die Energie des Lassens? Ja was denn nun?

Das Wort lassen hat aber noch eine ganz besondere Qualität. Es holt dich aus der Wertung von gut und schlecht, richtig und falsch heraus. Dadurch öffnest du dich für eine ganz neue Sichtweise.

Deshalb trainiere ich anstelle des berühmten Loslassens mit meinen Teilnehmern viel lieber eine ganz intensive Form von Gelassenheit. Diese besondere Form von Gelassenheit beinhaltet eine viel entspanntere Energie als der ständige Kampf um’s „Ich muss Loslassen lernen“!

Du spürst auf einmal nicht mehr Pflicht und die Anstrengung des Müssens, sondern entdeckst die Kür des Könnens, die viel entspannter und dadurch natürlich auch viel effektiver ist!

Nochmal: Wenn du die Dinge lassen kannst wie sie sind, lassen sie DICH los!

Doch nun genug der Wortspielereien!

Was ich dir zeigen wollte ist:

Es lohnt sich immer, etwas genauer hinter Aussagen, Sätze und Sprüche zu schauen, damit wir sie nicht so schnell und oft unbedacht übernehmen.

Und es lohnt sich immer, sich Gedanken zu machen, was wir da überhaupt und oftmals völlig unüberlegt vom Stapel lassen! (Übrigens, das Wort überhaupt ist auch so ein schönes Wort, mit dem man mal spielen könnte, nicht wahr? Da könnte ich jetzt grad so weiter machen, grins).

Was mir jedoch wirklich wichtig ist:

Dass ich dir mit diesen kleinen Wortspielereien eine Hilfestellung geben konnte, wenn du noch zwischen Durchhalten und Loslassen schwankst und für dich eine Klarheit suchst, wie du jetzt weitermachen sollst.

Dass ich dir einen Ansatz dafür geben konnte, wie du ab sofort viel einfacher herausfinden kannst, was dir wirklich gut tut.

Vielleicht habe ich dir sogar Lust auf ein Wochenend-Seminar mit mir gemacht! Hier geht’s zum nächsten Wochenend-Workshop „Ein liebevoller Dialog mit deinem Leben“, denn

Mit dem eigenen Leben in einen Dialog zu gehen, ist die wohl schönste Kommunikation, die wir erleben können.


Ich würde mich riesig freuen, dich an diesem Kloster-Wochenende dabei zu haben!

WEIL DU WICHTIG BIST!

Herzliche Grüße

Deine Silke

PS: Ich freue mich über dein Feedback und neue Wortspielereien!

 


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.