Gähnst du noch, oder schläfst du schon?

Als ich die Einladung zur  Blogparade „Schlafgeflüster“ von Frau Dr. Annette Pitzer auf meinem Facebook-Account entdeckte, war es zwar schon mitten in der Nacht, aber ich war noch hellwach. Während andere schon schlummern, oder zumindest verstohlen gähnen, laufe ich zur Höchstform auf.

So ist das fast jeden Tag bzw. jede Nacht bei mir.

Oft höre ich von meinen Klienten: „Um Himmels Willen Silke, wie lange arbeitest du denn? Deine Mail kam um 2.00h nachts!“ oderWann haben Sie denn mein Email-Coaching bearbeitet?“ oder Warum können ausgerechnet Sie als Antistresstrainerin® denn nicht schlafen?“

Dabei schlafe ich sehr gut!  Vielleicht nicht zu den „normalen“ Zeiten, aber meine innere Uhr tickt einfach anders.

Die wenigsten Menschen in meinem Umfeld können nachvollziehen, warum ich mit so wenig Schlaf auskomme. So manchen stehen die Sorgenfalten auf der Stirn, wenn sie hören, wann ich schlafen gehe und nicht selten ermahnen sie mich, dass es ja wohl sehr ungesund wäre, so lange wach zu sein.

Wieder andere nicken verständnisvoll mit dem Kopf und meinen: „Ach herrje, ich kann auch nicht schlafen“!, obwohl ich nie behaupte, dass ich nicht schlafen kann.

Nochmal: Ich schlafe sehr gut. Und: Ich stehe auch sehr gut auf. Ich gehöre einfach nur definitiv zur Gattung der Nachteulen.

Nachteulen lieben ihre späten Abend- und Nachtstunden. Während alle um mich herum in tiefem Schlaf liegen, habe ich die besten Ideen, die kreativsten Inputs, beantworte meine Email-Coachings und schreibe meine Blog-Artikel.

Was für viele Menschen kaum nachvollziehbar ist, bedeutet für mich pure Freiheit.

Aber ich habe auch tiefstes Mitgefühl für all diejenigen, die sich wach liegend durch die Nacht quälen, und morgens nach wenigen Stunden unruhigen Schlafes völlig gerädert aufstehen. Für genau diese Menschen möchte ich in diesem Blogartikel ein paar meine bewährtesten Tipps aus fast 20 Jahren Coaching-Arbeit weitergeben.

Wenn man sich wie ich beruflich mit dem Thema Stress- und Konfliktbewältigung beschäftigt, kommt man um das Thema Schlaflosigkeit oder Schlafstörungen nicht herum. So viele Umstände lassen uns nicht oder nur schlecht schlafen.

Wie Annette bereits erwähnt hat, gibt es unzählige äußere und innere Faktoren, die uns den Schlaf rauben oder uns um die wohlverdiente Nachtruhe bringen.

Lass uns zunächst einen Blick auf die 4 Ebenen der sogenannten Schlaf-Verhinderer schauen. Diese Ebenen sind:

Die emotionale Ebene: Trauer, Schuld, Scham.

Die rationale bzw. mentale Ebene: Sorgen, Nöte, Ängste und sämtliche Gedanken-Karussells

Die körperliche Ebene: Stress, Schmerzen, Süchte, äußere hörbare Störfaktoren wie Lärm, (Straßen, Züge, Nachbarn, auch Schnarch-Geräusche des Partners), und/oder die sichtbaren Störfaktoren (TV-Geräte, leuchtende Wecker, Straßenlampen etc.)

Die energetische Ebene: schlechte Schlafplatz-Qualität,  energetische Störfelder (Handys, TV-Geräte im Schlafzimmer, Stromleitungen, etc.)

Generell gilt auch noch zu unterscheiden, ob du Schwierigkeiten mit dem Einschlafen oder eher mit dem Durchschlafen hast. Wer völlig erschöpft und übermüdet in den Schlaf „fällt“, findet auch nicht in den tatsächlich benötigten Erholungs-Schlaf, der ein ausgeruhtes und entspanntes Aufwachen ermöglicht, sondern holt sich lediglich langfristig einen Erschöpfungs-Schlaf, der keine Kraftreserven aufbauen kann.

Nicht zu unterschätzen ist auch der Gedanke „Ich muss jetzt schlafen!“  (Ganz unter uns: Diesen Satz habe ich schon als Kind gehasst. Und trotzdem hat er sich über Jahre in meinem Kopf einzementiert, und es hat ganz schön viel Anstrengung gekostet, dieses „ich muss doch schlafen“ aus dem Kopf zu kriegen).

Ich weiß aus meinen Beratungen, dass viele Menschen nächtelang glockenwach in ihrem Bett liegen und an nichts anderes denken können, als an „ich muss doch jetzt unbedingt schlafen“  vor lauter Sorge, am nächsten Morgen nicht leistungsfähig oder nicht ausgeschlafen zu sein.

Obwohl wir alle wissen, dass Sorgen kein gutes Ruhekissen sind!

Was für die meisten von uns mit dem Erwachsen-Werden verloren ging, sind Einschlaf-Rituale. Dabei kennen wir doch alle aus unserer Kinderzeit diese entspannenden Rituale und weichen Regeln:

  • Das Schlaflied (gut ok, es kommt vielleicht etwas albern, wenn wir uns selbst ein Schlaflied singen, aber eine entspannende Mantren-Musik tut heute noch gut.)
  • Das berühmte Sandmännchen (ok, ich weiß gar nicht, ob es das überhaupt noch gibt oder schon längst durch einen spannenden Krimi oder eine gruselige TV-Show ersetzt wurde, aber ich erinnere mich gut, dass das Sandmännchen mich als Kind – und später auch meine eigenen Kinder –  sehr behutsam auf die Gute-Nacht-Zeit eingestimmt hat.)
  • Die geliebte Gute-Nacht-Geschichte (und wenn sie nicht gestorben sind…. War für mich persönlich nicht so ideal, weil ich mir immer überlegte, wie alt Prinzessinnen werden können, aber die Zeit, die meine Oma an meinem Bett verbrachte, habe ich geliebt.)
  • Das beruhigende Gebet (Das ich mir tatsächlich bis heute erhalten habe)
  • Das Kuschelkissen oder das „Schnuffeltuch“  (das niemals gewaschen werden durfte)
  • Der Teddybär (dem man immer alles anvertrauen konnte) und nicht zu vergessen:
  • Das Betthupferl (das wir heute meist nur noch in einem Hotelzimmer finden, dabei freuen wir uns darüber wie Kinder, nicht wahr?).

All diese Rituale hatten einen einzigen Sinn: Wir wussten: Jetzt ist Schlafenszeit!

Ich bin bis heute ein Fan von Schlaf-Ritualen. Auch wenn ich sie heute etwas an mein Alter angepasst habe. 😉

Hier ein kleiner Einblick in meine eigenen Schlafgewohnheiten (wobei du nicht unbedingt meine innere Uhr übernehmen musst). Unabhängig davon, wann du zu Bett gehst.

Diese Tipps können auch Dir (angepasst an deine Schlafenszeit) wertvolle Impulse sein:

Ca. 2 Stunden vor meiner mir eigenen Schlafenszeit trinke ich immer eine Tasse warmes Wasser. Damit gebe ich meinem Körper das Signal „Der Ruhemodus wird angeschaltet“ und weiß gleichzeitig, dass ich bis zum Schlafen meine Blase wieder leer habe.

Etwa eine Stunde vor dem Zu-Bett-Gehen notiere ich mir in einem kleinen Heft alles, was ich morgen erledigen möchte. Das gibt meinem Kopf das Signal „ich vergesse nichts!“ (Übrigens: Die Überschrift auf jedem Blatt in diesem Heft lautet: Morgen ist auch noch ein Tag!) Das gilt auch für alle anderen Dinge, die mir sonst noch so durch den Kopf gehen). Mein Schlaf-Heft ersetzt gewissermaßen den guten alten Teddybär.

Danach schalte ich meinen PC und mein Handy aus. Richtig aus! Nicht nur auf stumm!!! Und dann schenke ich mir ein paar Minuten leise Musik (mein aktuelles Schlaflied findest du HIER), während ich eine kleine Runde durchs Haus gehe und ein paar Teelichter anzünde (Ersatz für den Sandmann, aber bitte verrate das nicht meiner Versicherung.)

Manchmal lese ich auch noch ein paar Seiten in einem entspannenden Buch (Gute-Nacht-Geschichten) oder male an einem Mandala (mein kalorienfreies Betthupferl) herum….Kostenlose Vorlagen findest du HIER.

Mein Schlafzimmer hat eine kühle Raumtemperatur. Ich habe mir angewöhnt, meinen Körper im Bett kurz „abzuscannen“. Ist mein Rücken entspannt? Meine Schultern, meine Stirn? Sind beide Beine und Arme entspannt? Was ist mit meinen Händen? Sind sie offen oder zur Faust geballt? Kann ich loslassen, oder brauche ich Halt (dabei hat sich immer wieder bewährt, dass ein Bett- oder Kissenzipfel in der linken Hand Geborgenheit gibt).

Jeder schwere Gedanke wird mit einem „darum kümmere ich mich morgen“ weitergeschickt.

Vielleicht noch ein Tipp, den ich auch immer wieder gerne weitergebe: Lege dich nicht gleich in deine für dich typische Schlafstellung, sondern bleibe eine zeitlang in einer eher unbequemen Haltung liegen. Wenn es richtig ungemütlich für dich wird, harre noch ein oder zwei Minuten aus. Und dann kuschle dich genüßlich in deine „richtige“ Schlafstellung. Du glaubst gar nicht, wie sehr das entspannt, wenn du endlich so liegen darfst, wie du das möchtest.

Viele meiner Klienten geben mir auch positives Feedback zu meiner Atem-Entspannung: Und die geht so:

Zähle beim Einatmen auf 4, halte den Atem an und zähle wieder auf 4, dann atme aus und zähle beim Ausatmen auf 4, halte wieder den Atem an während du auf 4 zählst. Wiederhole diese Schritte entspannt und ruhig. Glaub mir, das ist viel effektiver als Schäfchenzählen! Warum funktioniert das so gut? Weil dein Kopf nicht zählen und gleichzeitig an belastende andere Dinge denken kann. (Hinweis: Streng dich bei dieser Übung aber bitte nicht an. Zähle notfalls etwas langsamer oder schneller, ganz genau so, wie es für dich und deinen Atemrythmus angenehm ist).

Wenn du jetzt noch Fragen hast oder ein paar konkrete Anregungen brauchst, darfst du dich gerne HIER melden. Natürlich völlig kostenfrei und unverbindlich. WEIL DU WICHTIG BIST !

Ich wünsche dir ein entspanntes Ein- und Durchschlafen und allzeit eine GUTE NACHT.

Herzlichst

Silke


2 thoughts on “Gähnst du noch, oder schläfst du schon?

  1. Kay says:

    Ein toller Beitrag, liebe Silke!
    Auch ich habe mit vorgenommen, an dieser Blogparade teilzunehmen, mal sehen ob ich es schaffe 🙂
    Dein Beitrag war auf jeden Fall schonmal sehr inspirierend und ich muss sagen, ich beneide Dich, dass Du gut schläfst, bei mir gibt es so etwas wie einen gesunden Schlafrythmus leider nicht :/

    Liebe Grüße, Kay.
    http://www.twistheadcats.com

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