Ist bei dir alles in Ordnung?

Über die ordnungsliebende Zahl 4 und unsere Spagate im Leben… oder: Was der April mit Ordnung zu tun hat.

Gestern beobachtete ich bei einem Spaziergang eine Frau, die auf einer Bank saß.

Schon von Weitem sah ich, dass ihr Blick alles andere als entspannt war.

Ich fragte mich, was wohl in ihr vorgeht, doch als ich an ihr vorbei ging, senkte sie den Kopf. Aber ich bemerkte sofort die Tränentropfen, die auf ihre Knie fielen.

Für einen kurzen Moment wollte ich schon weitergehen und stellte (mal wieder) fasziniert fest, wie viele Gedanken in einem Sekundenbruchteil durch unser Hirn rasen: Gedanken wie:

„Geh‘ einfach weiter, du brauchst jetzt diesen Spaziergang, um deinem eigenen Kopf frei zu bekommen.“

In derselben Sekunde ratterte es in mir weiter:

„Es geht dich nichts an, vielleicht will sie einfach allein sein!“

und sofort folgten weitere Überlegungen:

„Was, wenn sie verzweifelt ist? Was, wenn sie nur ihre Ruhe will?  Was, wenn es ihr peinlich ist, dass ich sie weinen sehe?

Ich ging weiter, aber schon nach wenigen Schritten drehte ich mich entschieden um.

Es kann kein Zufall sein, dass ich ihr gerade heute begegne. Ich setzte ich mich neben sie und fragte: „Ist alles in Ordnung?“ (unter uns gesagt: am liebsten hätte ich den Satz wieder rückwärts von meinem Mund in mein Hirn befördert. Blöde Frage, es war offensichtlich, dass etwas nicht in Ordnung war.)

„Ja danke, alles in Ordnung“ flüsterte sie.

Ich wollte gerade aufstehen, als sie deutlich lauter als zuvor, fast schon zornig meinte: „Nein, nichts ist in Ordnung, im Gegenteil, alles ist ein riesiges Chaos!“

Und dann erzählte sie mir von den Spagaten in ihrem Leben. Von ihrer Zerrissenheit, es allen recht machen zu wollen und doch immer falsch zu liegen. Später sprach sie von ihren unerfüllten Wünschen und Träumen und davon, dass sie sich völlig undankbar fühlte, weil es ihr ja EIGENTLICH gut ginge.

Was bedeutet denn dieses „in Ordnung zu sein“ tatsächlich in unserem Leben?

Noch kurz vor meinem Spaziergang hatte ich meinen neuen Blog-Artikel für den April in meinem PC gespeichert. Einen Artikel über die Zahl 4 und wie man mit seiner ordnungsliebenden Zahlenqualität in diesem Monat himmlisch leicht aufräumen kann. Und nur, weil ich noch nicht ganz mit dem Artikel zufrieden war, entschied ich mich, diesen später nochmal zu überarbeiten und lieber erst mal eine Runde zu laufen.

Doch jetzt saß ich hier mit dieser fremden Frau und wir sprachen nicht im Geringsten über die Ordnung in unserem Haushalt und/oder wie man spielend leicht aufräumen kann. Wir sprachen darüber, wann, wie und ob wir tatsächlich in Ordnung sind. Irgendwann sprachen auch über die höhere Ordnung in unserem Leben.

Diese höhere Ordnung mit ihrer beeindruckenden Zahl 4 begegnet uns u.a.

in den 4 Himmelsrichtungen (Norden, Süden, Osten, Westen)

in den 4 Jahreszeiten (Frühling, Sommer, Herbst und Winter)

in den 4 Elementen (Feuer, Erde, Wasser, Luft)

in den 4 Grundrichtungen (oben, unten, links und rechts)

Auch wenn wir so häufig den April sofort mit dem Spruch „April, April, der weiß nicht was er will“ in Zusammenhang bringen, so ist seine ursprüngliche Zahlenqualität der Zahl 4 eine enorme Verstärkung für uns, um endlich die ersehnte Ordnung in unserem Leben entstehen zu lassen.

Und wenngleich dieser Spruch wohl eher auf die Wetterkapriolen  des Aprils interpretiert wird, so ist er zugleich auch ein Hinweis darauf, dass wir oftmals nicht so richtig wissen, was wir selbst wollen, beziehungsweise schlichtweg das, was wir im Grunde wirklich wollen, vergessen oder zu Gunsten aller anderen einfach wegschieben. NUR:

Wann sind wir denn wirklich „in Ordnung“?

Aus meiner Sicht sind wir dann in Ordnung, wenn wir eine tiefe Grundschwingung von Harmonie in uns spüren.

Die schönste Harmonie entsteht durch Zusammenbringen der Gegensätze.

(Heraklit, Werk: Fragmente, B 8)

2 Stunden später waren wir beide zwar ziemlich durchgefroren, aber das Leuchten in den Augen der Frau wärmte mein Herz.

Das Zusammenbringen von Gegensätzen erzeugt Harmonie.

Als wir gemeinsam die „Gegensätze“ in ihrem Leben ausführlich durchgesprochen und zusammen gebracht hatten, hörte ich ihren tiefen und sehr befreiten Seufzer.

Auf meinem Heimweg dachte ich noch lange über unser Gespräch nach. Und mir war klar, dass mein Entwurf von heute morgen für den aktuellen Blogartikel im Papierkorb verschwinden wird, denn:

Heute würde ich über etwas viel Wichtigeres schreiben, als über ein  paar Aufräum-Tipps.

Heute würde ich über all die Frauen schreiben, die tagtäglich ihr Bestes geben – für alle anderen.

Heute würde ich über all die Frauen schreiben, die ständig den Spagat zwischen Beruf- und Privat-Leben, und zwischen Ehefrau- und Mutter-Sein meistern müssen.

Ich werde über und für die Frauen schreiben, die ihr Leben zwischen sanften Träumen und harten Realitäten, zwischen hoffnungsvollen Wünschen und gnadenlosen Tatsachen, zwischen tiefer Dankbarkeit und schmerzhafter Frustration leben, und sich letztendlich meist zu Gunsten anderer entscheiden.

Über Frauen, die zwischen ihrem starken Verantwortungsgefühl und der tiefen Sehnsucht nach einem selbstbestimmten Leben hin und her gerissen sind.

Über Frauen, die Ja sagen, obwohl sie Nein meinen.

Über Frauen, die sich nach ein paar Stunden Alleinsein sehnen und gleichzeitig die Einsamkeit fürchten.

Über Frauen, die voller Hoffnung auf ein freies Leben warten und gleichzeitig die Angst spüren, dass es dafür längst zu spät sein könnte.

Über Frauen, die eine enorme innere Zerrissenheit aushalten, weil sie für alle Seiten das Beste wollen und sich selbst dabei vergessen.

Dabei entsteht unsere innere Kraft immer durch Ordnung und Harmonie.

Erst wenn wir selbst „in Ordnung“ sind und uns selbst „in Ordnung“ bringen, können wir Gegensätze verbinden. Und der Spruch „wie innen so außen“ bewahrheitet sich immer wieder.

Dieser Spaziergang und das Gespräch mit dieser Frau hat mir heute wieder einmal gezeigt, wie wichtig unsere Kraft ist und wie wichtig es ist, diese Kraft durch kleine Auszeiten vom Alltag zu nähren.

Auszeiten, in denen du selbst „in Ordnung“ kommen kannst, um endlich wieder deine eigene Kraft zu finden.

Auszeiten, in denen du selbst in deinem Inneren die Gegensätze deines Denken, Handelns und Fühlens in Harmonie und Verbindung bringst, damit deine Spagate im Leben nicht mehr einer schier unmöglichen Zerreißprobe standhalten müssen,  sondern dich weich und beweglich machen.

Das nächste Kloster-Wochenende ist dafür geschaffen, genau diese innere Harmonie in dir (wieder) herzustellen.

Du lernst an diesem Wochenende kraftvolle Weggefährtinnen kennen, die deine Spagate der Gegensätzlichkeit auflösen. Du begegnest

deiner Feuer-Amazone, die dein Temperament ausbalanciert und gleichzeitig deine Seele wärmt.

deiner Erde-Amazone, die dir Stabilität und Sicherheit gibt und dich gleichzeitig aus Stagnation und Starre erweckt.

deiner Wasser-Amazone, die Hindernisse mühelos fließend überwindet und dich gleichzeitig aus dem rasanten Strom des Lebens wieder zu dir selbst bringt.

deiner Luft-Amazone, die frischen Wind in deine Luftschlösser pustet und dich gleichzeitig vom Träumen ins Machen bringt.

Was du vielleicht noch über meine Auszeiten wissen möchtest, kannst du HIER nachlesen. Und warum diese fast immer in einem Kloster stattfinden, habe ich dir HIER aufgeschrieben.

Wenn du eine Frau kennst, die ihre Kraft wieder zurückholen und die innere Harmonie wieder finden will, dann erzähle ihr von diesem Auszeit-Wochenende. Und DU kommst am besten auch gleich mit, damit ihr beide

befreit und voller Überzeugung sagen könnt:

„Ja, bei mir ist tatsächlich alles in Ordnung!“

WEIL JEDE FRAU WICHTIG IST !

Herzlichst

Deine Silke

 

 

 

 

 


4 thoughts on “Ist bei dir alles in Ordnung?

  1. Elke says:

    Liebe Silke,
    eben bin ich zufällig über deinen Artikel gestolpert. Zufällig, weil ich eigentlich grade mein E-Mail-Postfach in Ordnung bringen, aufräumen wollte, und weil mal wieder nichts so funktioniert hat, wie es soll. Also wollte ich den Rechner neu starten. Bevor ich das tat, hab ich aber einen Blick auf die vielen offenen Browser-Tabs geworfen und dann irgendwie ganz zielstrebig auf diesen Artikel hier geklickt. An solche Zufälle glaube ich ehrlich gesagt nicht… 🙂
    Als ich so vor mich hin gelesen hab, dachte ich wieder einmal: Wie schade, dass du meine Mutter nicht kennengelernt hast. Nein, eigentlich umgekehrt: Wie schade, dass sie dich nicht kennenlernen durfte. Aber ich, ich habe dieses Glück und ich bin unendlich dankbar dafür! Denn du hast schon so oft dafür gesorgt, dass in meinem Leben wieder „alles in Ordnung“ ist. Und durch dich habe ich gelernt, dass man selbst das größte Chaos wieder in Ordnung bringen kann. Ich finde ja, jeder sollte eine Silke haben!
    Sonnige Ostergrüße
    Elke

    • silke2014 says:

      Liebe Elke, jetzt wird es mir gleich nochmal ganz warm im Herz. ♥ Danke für deinen lieben Kommentar ♥
      Ich hätte deine Mama auch sooo gerne kennen gelernt und ich hätte sie bestimmt sehr gerne gehabt !

      Wer weiß, vielleicht hat sogar sie dafür „gesorgt“, dass wir uns begegnet sind. Darüber bin auch ich
      ganz arg dankbar. Danke liebe Mama-Elke, du hast eine wundervolle Tochter.

      Herzensgrüße an dich liebe Elke
      und ein dickes Bussi zu dir.

  2. Dr. Annette Pitzer says:

    Liebe Silke,
    danke, für Deinen 4er Blogartikel, der mich sehr berührt hat.
    Die 4 ist für mich eine wichtige weibliche Zahl. Sie beschreibt das zyklische Leben der Frau. Irrtümlich wird immer von der 3 ausgegangen, da die 4 in unserer heutigen Zeit verleugnet wird. Da ist die 1, das junge Mädchen, vital, dynamisch und rein, die Jungfrau. Da ist die 2, die voll erblühte, sexuell aktive Frau, fürsorglich, aktiv und fruchtbar. Da ist die 3, die Alte, Bewahrerin der Weisheit, kreativ und magisch. Da ist die 4, die dunkle (schreckliche) Mutter, der Tod, die befreite Seele die zurückkehrt um wiedergeboren zu werden. Erst mit der 4 ist der Zyklus vollendet. Der weibliche Zyklus zeigt uns monatlich diese vier weiblichen Phasen. Zunehmender Mond, Vollmond, abnehmender Mond und Neumond.
    In unserer heutigen Zeit zählen Frauen nur etwas in den ersten beiden Phasen. Erobern wir uns die 4 und unsere Macht zurück!
    Alles Liebe
    Annette

    • silke2014 says:

      Liebe Annette,
      ganz lieben Dank für deine wunder- und wertvolle Ergänzung und Interpretation der Zahl 4. Ja, erobern wir uns die vollständige und vollendete Zahl 4.
      Danke, von Herzen DANKE !
      Liebe Grüße Silke

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