Valentinstag, nur Geldmacherei oder doch ein bisschen mehr?

Es gab Zeiten, da brachte mich das ganze Valentinstags-Theater fast auf die Palme. Zeiten, in denen ich diesen Tag so nervig fand, dass ich ihn am liebsten aus dem Kalender verbannt hätte.

Warum das damals so war, hab ich letztes Jahr in der Blogparade von TwistheadCats für Kay Uplifter erzählt. (Dort findest du auch 10 Tipps für deinen Valentinstag – falls du keinen Mr. Valentin an deiner Seite hast!).

Doch meine Sichtweise auf den Valentinstag hat sich verändert.

Nicht nur, weil ich den perfekten Mr. Valentin an meiner Seite habe, sondern weil ich glaube, dass so ein „Anker-Tag“ etwas bewegen KÖNNTE, wenn wir ihn nur nicht immer für rein kommerzielle Zwecke verfremden würden.

Ob es das ganze Herzchen-Gedöns tatsächlich braucht? Darüber ließe sich vermutlich endlos diskutieren, aber:

Von ganz alleine scheinen wir nicht wirklich aufzuwachen!

Wenn ich an dieser Stelle von WIR spreche, meine ich natürlich nicht alle und jeden. Vielleicht bist ja DU anders als ich, weil DU die Liebe in deinem Leben jeden Tag achtsam lebst.

Ich für mich stelle fest, dass die Liebe häufig (zu häufig?)  im Alltag verloren geht.

Dabei ist Liebe unser allerhöchstes Gut. Und mit Liebe meine ich all die wundervoll dazu gehörenden Attribute wie Achtsamkeit, Aufmerksamkeit, Rücksicht, Verständnis, Nächstenliebe und Dankbarkeit.

Als ich gestern durch unsere Stadt ging und die vielen Herzchen in den Schaufenstern sah, fiel mein Blick auf eine Bettlerin, die vor einem der großen Drogeriemärkte saß. Natürlich gab ich ihr ein paar Silberlinge, das mache ich grundsätzlich. (Nun könnten wir darüber mutmaßen, ob es tatsächlich Sinn macht, Geld zu verschenken, zumal wir nie wissen, ob sie es behalten darf, oder ob es eine betrügerische Drückerkolonnen-Abzocke ist.) MEINER eigenen Verantwortung will ich jedoch gerecht werden, denn ICH habe sie gesehen. Also MUSSTE ich reagieren.

Beim Weitergehen beobachtete ich eine Mutter, die mit schnellen Schritten durch die Stadt hastete. Das kleine Mädchen an ihrer Hand konnte kaum mithalten. War da liebevolle Achtsamkeit? Nein, unachtsam und hektisch lief die Frau weiter, ohne auf ihr Kind zu achten. (Nun könnten wir wieder mutmaßen, ob sie auf den Bus mussten, oder zum Arzt. Ob sie im Stress sind, oder, oder, oder). Ich habe das Kind gesehen. Hilflos und traurig dachte ich darüber nach und spürte Sehnsucht nach meiner Enkelin und gleichzeitig Bewunderung für meine Tochter, die so wundervoll achtsam mit ihr umgeht.

Kurz nach der nächsten Ecke sah ich einen jungen Mann mit einem Hund. Konzentriert beschäftigte er sich mit seinem Handy. Dass sein Wauzi gerade eine spannende Papiertüte beschnüffelte, schien er nicht zu bemerken, ungeduldig zog er den Hund lieblos an der Leine zu sich heran. Glücklich dachte ich an unsere Hündin und gelobte augenblicklich, mehr mit ihr zu spielen.

Weil die Energie immer unserer Aufmerksamkeit folgt, fiel mich prompt ein Ehepaar auf, das grimmig dreinschauend und mit großem Abstand zueinander durch die Straßen bummelte. Liebe? Fehlanzeige. Sie blickten sich nicht ein einziges Mal an. (Ich konnte das lange beobachten, weil sie den gleichen Weg hatten wie ich). Sofort dachte ich dankbar an meinen Mann, der nie auf Abstand mit mir spazieren geht.

Dann traf ich den „Trottwar-Mann“ mit seinen Zeitungen auf dem Arm. Freundlich grüßte er mich. Wir kennen uns schon eine ganze Zeit lang und er weiß, dass ich immer seine Zeitschrift kaufe. Wir unterhielten uns eine Weile, bis er mich auf das Kopfschütteln einer Frau aufmerksam machte, die uns beobachtete. Arrogant und herablassend schaute sie mich an, als ich sie fragte, warum sie denn ihren Kopf schüttelt. Ihre Antwort: „Ich würde dieses arbeitsfaule Pack nicht unterstützen!“ Nächstenliebe? Fehlanzeige. Mehr ist dazu nicht zu sagen.

Meine Laune verschlechterte sich. Nachdenklich ging ich weiter. Es sollte nicht besser werden. (Energie folgt auch meiner Aufmerksamkeit!)

Ich traf auf 3 fast erwachsene Schulkinder, die einen kleinen Jungen piesackten und ihn mit seinem viel zu großen Schulranzen hin und her schubsten. Liebe? Achtsamkeit? Rücksicht? Fehlanzeige. Ich stellte mich schützend vor den Kleinen und ermutigte ihn, wegzulaufen. Die Bemerkung: „Was mischst du dich da ein, Alde?“ der pubertierenden Flaumträger ignorierte ich und wechselte die Straßenseite, als ich mir sicher war, dass der kleine Junge weit genug weg war.

Traurig ging ich zu meinem Auto. Vorbei an achtlos weggeworfenen Plastiktüten, Zigarettenkippen, Brötchen, und Getränkedosen. Vorbei an weh-enden Valentins-Herzen.

Energie folgt der Aufmerksamkeit erinnerte ich mich selbst und konzentrierte mich auf die „andere Seite“ (wie das mit der „anderen Seite“ funktioniert, habe ich dir in meinen letzten Blog-Artikel beschrieben).

Im Parkhaus hatte mich ein Auto so zugeparkt, dass ich nicht zur Fahrertüre einsteigen konnte. Ich krabbelte schimpfend über die Beifahrertüre hinter mein Lenkrad und wollte gerade ausparken, als ich im Rückspiegel sah, wie eine junge Frau liebevoll und achtsam einer alten Dame aus dem Rollstuhl ins Auto half. Liebe? Volltreffer. Ich atmete tief durch.

An der übernächsten Kreuzung gewährte mir ein älterer Herr Vorfahrt. Liebe? Volltreffer.

Zu Hause begrüßte mich mein Hund mit freudigem Gebell. Liebe? Volltreffer.

Obwohl ich viel zu spät heimkam, wartete mein Mann mit einem fröhlichen Grinsen auf mich. „Du siehst müde aus Liebling, wie war dein Tag?“ fragte er und hielt mir eine Tasse frischen, duftenden Kaffee entgegen. Liebe? Volltreffer.

Vielleicht sollten wir viel bewusster aus jedem Tag einen Valentinstag machen, überlegte ich.

Vielleicht brauchen wir genau deshalb so viele Herzchen, die uns entgegenglänzen, um uns beständig an einen kleinen Funken Liebe zu erinnern.

Vielleicht brauchen wir den Valentinstag auch als Hinweis, dass wir die Liebe viel öfter feiern sollten.

Wenn uns genau das durch diesen einen Valentinstag endlich gelingt, dann hat er durchaus seine Berechtigung.  

 

Ich jedenfalls feiere diesen Tag als ANKER FÜR DIE LIEBE, mit all ihren Begleitern Achtsamkeit, Rücksicht, Verständnis, Nächstenliebe und Dankbarkeit.

Vielleicht brauchen wir dann eines Tages keinen Kalender und kein Herzchen-Gedöns mehr, um uns an die Liebe zu erinnern!

 

Und darum wünsche ich dir heute nicht nur einen herzigen Valentins-TAG, sondern ein rundum liebevolles Valentins-JAHR.

 

WEIL DU WICHTIG BIST!

Herzlichst

Deine Silke

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


18 thoughts on “Valentinstag, nur Geldmacherei oder doch ein bisschen mehr?

  1. Karin says:

    Ich liebe den Valentinstag. Ich liebe es kreativ Liebe zu geben – zu verschenken. Es muss nicht immer was gekauftes sein. UND ich finde es kann gar nicht zu viele solcher TAGE geben. Manchmal steckt man einfach in der Arbeitswelt fest und da sind so kleine Erinnerungen ans Wesentliche mehr als hilfreich.

    Du hast wieder einmal einen wunderschönen Tagesablauf beschrieben. Vielen Dank dafür liebe Silke

    • silke2014 says:

      Liebe Karin,
      Ich freu mich, dass auch du den Valentinstag liebst, und ich gebe dir soooo recht:
      Es kann gar nicht zu viele solcher Tage geben!!!!

      Vielen Dank für dein liebe- und mir sehr wertvolles Feedback.
      Herzlichst Silke

  2. Sandra Liane Braun says:

    Ein sehr schöner Artikel Silke.
    Ich bin mir seit ein paar Jahren darüber bewusst, dass mich unglaublich viel Liebe umgibt. Von meinem Mann, meinen Eltern, Geschwistern, Freunden und auch von Kunden. Das ist wirklich ein Geschenk. Eigentlich habe ich jeden Tag Valentinstag – ganz ohne Herzchen-Gedöns, dafür mit ganz viel Herz. Was das angeht, habe ich auch das Gefühl, irgendetwas richtig gemacht zu haben.

    Danke, dass du mit solch offenen Augen und mit offenem Herzen durchs Leben gehst.

    Liebe Grüße
    Sandra

    • silke2014 says:

      Liebe Sandra,

      ich bin mir sicher, dass du sehr viel von diesem „irgendwas“ richtig gemacht hast !!! 🙂
      Wer dich auch nur ein kleines bisschen näher kennt, weiß, dass sich die Liebe um dich herum
      einfach nur ausdehnen „MUSS“ !!!

      Ich schick dir liebe-volle Grüße
      Herzlichst Silke

  3. Dr. Annette Pitzer says:

    Ich kann mit Valentinstag so gar nichts anfangen. Dennoch hast Du mir aus dem Herzen geschrieben. Achtsamkeit und Liebe sind wie zwei Seiten einer Medaille. Wer das Eine übt, übt auch das Andere. Bringen wir täglich ein wenig mehr von Beidem in die Welt und lassen wir unser Licht leuchten.
    Alles Liebe
    Annette

    • silke2014 says:

      Liebe Annette,
      „Achtsamkeit und Liebe sind wie zwei Seiten einer Medaille. Wer das Eine übt, übt auch das Andere.“
      Das ist wunderschön! DANKE !!! Ich freue mich so sehr, dass ich mit dir so eine Medaille gefunden
      habe.

      Herzliche Grüße
      Silke

  4. Biggi says:

    Danke liebe Silke,
    oh ja – die Energie folgt der Achtsamkeit. Und manchmal gerät man auch in die „Achtsamkeit der anderen“…
    Geben wir einfach jeden Tag unser Bestes um diese Welt so schön wie nur möglich zu machen.
    Danke für diesen schönen Beitrag.
    Herzliche Grüße aus dem Maison Malou
    Biggi

    • silke2014 says:

      Liebe Biggi, danke für dein Feedback. Das hast du interessant ausgedrückt !
      Wie schön, dich und dein Maison Malou in dieser Welt zu wissen.

      Liebe Grüße zu Dir
      Silke

  5. Claudia Koegler says:

    Danke Liebe Silke, schön einmal so auf diesen Valentienstag blicken zu können. Mein Töchterchen sagte mir heute: am Valentienstag beschenkt man alle die man lieb hat. Nicht nur Verliebte. Die letzten Jahre fand ich diesen Tag doof, fühlte mich ja auch meistens ausgeschlossen, aber heute gab es dank euch schon zwei Augenöffner?
    Danke Claudi

    • silke2014 says:

      Liebe Claudi, wie schön das deine Kleine gesagt hat ♥♥♥
      Kinder sind wundervolle Augenöffner… und manchmal die besten Coaches der Welt 😉

      Herzliche Grüße zu euch beiden
      Bussi Silke

  6. Inge Schumacher says:

    Klasse auf den Punkt gebracht liebe Silke!
    Mit einem Lächeln habe ich Deinen Artikel zu Ende gelesen. Ja, genauso ist es und was für ein schönes Beispiel dafür wie Energie der Aufmerksamkeit folgt.
    LIebe Grüße aus Hamburg
    Inge

    • silke2014 says:

      Wie schön, dass ich dir ein Lächeln entlocken konnte, liebe Inge.Danke für dein Feedback.
      Ich schicke liebe Grüße zu Dir nach Hamburg und verfolge mit sehr viel Aufmerksamkeit deinen Blog.
      Weil der auch so eine schöne Energie macht.

      Herzlichst Silke

  7. Angela says:

    Liebe Silke,
    danke für deine wunderbaren Worte und den Blick in deinen Valtentinstag.

    Es kommt immer drauf an, was wir daraus machen und wohin wir unsere Aufmerksamkeit lenken. Und ganz oft brauchen wir Menschen eben einen Schubs von außen um unserer Energie auf die wirklich wichtigen Dinge auszurichten.

    • silke2014 says:

      Danke liebe Angela, für dein wertschätzendes Feedback.
      Ich freu mich immer riesig, wenn ich einen liebevollen Schubs geben kann 😉

  8. Marie says:

    Hi Silke,

    ich habe mir, ehrlich gesagt, bis jetzt nie Gedanken zum Valentinstag gemacht! Das ganze Herzchen-Gedönse schien mir bis jetzt immer so gar nicht mein’s – zu viel Lametta, zu wenig glaubhaft, aber:

    „der Valentinstag als ANKER FÜR DIE LIEBE, mit all ihren Begleitern Achtsamkeit, Rücksicht, Verständnis, Nächstenliebe und Dankbarkeit.“

    Nachdem ich nun Deine Definition dieses Festtages kenne, schaue ich dem 14. Februar 2020 gerne mit neuem Blick entgegen!

    Liebe Grüße von Dortmund Richtung Stuttgart!
    Marie

    • silke2014 says:

      Yeah, liebe Marie !!! Es freut mich so sehr, wenn ich den Valentinstag auch bei dir ein bisschen aus dem Lametta-Glitzer
      in ein anderes Bild rücken konnte. Vielen lieben Dank für dein schönes Feedback. Ich wünsch dir jetzt schon
      ein neues Valentinstags-Gefühl 2020 und bis dahin ganz viele liebevolle Tage.

      Herzliche Grüße nach Dortmund
      Ich hab mich sehr über deine Nachricht gefreut.
      Silke

    • silke2014 says:

      Herzlichen Dank liebe Ines, für dein schönes Feedback. Ich freu mich !!!!

      Herzliche Grüße an dich
      und einen guten Start in deine nächste Woche.
      Silke

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