Das Gefühl des Monats Oktober: Verantwortung

Das Gefühl des Monats: Verantwortung

Willkommen im farbfröhlichen Monat Oktober.

So wie jeder einzelne Monat im Jahr seiner eigenen Bestimmung folgt, hat auch der Oktober seine Verantwortung übernommen, und verabschiedet den Sommer mit seinem frischen Wind.

Willkommen im Oktober-Gefühl Verantwortung.

Magst du für einen Moment die Augen schließen und in das Gefühl der Verantwortung hineinspüren?

Wofür trägst oder übernimmst du Verantwortung?

Wikipedia beschreibt den Begriff Verantwortung als eine (freiwillige) Übernahme einer Verpflichtung, für die möglichen Folgen einer Handlung einzustehen und gegebenenfalls dafür Rechenschaft abzulegen oder Strafen zu akzeptieren. Boah, was für strenge und anstrengende Wörter: Verpflichtung, Folgen, Rechenschaft, Strafe..

Da wundere ich mich nicht mehr, dass diese zierliche junge Frau namens Greta nicht nur Begeisterung und Zuspruch erntet, sondern auch verzweifelte Angriffe aus Häme und Spott aushalten muss. Die Antwort liegt spätestens jetzt auf der Hand:

Sie rüttelt an unserem kollektiven Verantwortungs-Gefühl!

Ist dir schon aufgefallen, wie viele Menschen sich auf einmal rechtfertigen und mehr oder weniger freundlich jegliche „Schuld“ von sich weisen? Hast du gesehen oder gespürt, welche Emotionen da hoch kochen, wenn es darum geht, dass uns jemand öffentlich an unsere Verantwortung erinnert?

Ein ähnlich spannendes Phänomen erlebe ich ab und zu bei meinen Klienten. Wenn wir auf das Thema (Eigen)-Verantwortung zu sprechen kommen, passiert etwas Erstaunliches: Plötzlich reagiert der Körper mit einer ganz typischen, und gleichzeitig für mich absolut verständlichen Verteidigungshaltung. Die Hände werden geknetet oder gar zur Faust geballt. Die Arme und Beine werden vor dem Körper verschränkt. Ab und an zuckt eine Augenbraue.

Verantwortung zu übernehmen heißt auch, sich mit dem eigenen Gewissen, mit den eigenen Werten, und vor allem auch mit den eigenen „Schuld-Themen“ auseinanderzusetzen. Und das kann weh tun.

Dabei hat Verantwortung im Grunde genommen überhaupt nichts mit Schuld zu tun. Wenn du aus irgendwelchen Schuld-Programmen aussteigen willst, dann melde dich. Es gibt wundervolle Hilfestellungen dafür.

Doch zurück zur Verantwortung.

Warum tun wir uns mit dem Gefühl der Verantwortung oft so schwer?

Vielleicht erinnerst du dich an eine Situation, in der du Verantwortung übernehmen MUSSTEST? Vielleicht fällt dir auch eine Situation ein, in der du deine Verantwortung gerne abschieben wolltest.

Das fühlt sich so an, als würden 2 Herzen in unserer Brust übereinander stolpern. Das eine Herz sagt: „Ja natürlich übernehme ich die Verantwortung, mir bleibt ja gar nichts anderes übrig!“ und das andere Herz sagt: „Warum eigentlich immer ich?“

Manchmal stolpern die beiden Herzen auch noch über den Verstand, der ihnen suggeriert: „Hallo, das brauchst du dir doch nicht gefallen lassen!

Was ist Verantwortung im eigentlichen Sinne?

Verantwortung ist aus meiner Sicht unsere Fähigkeit, selbst entscheiden zu dürfen, wie wir dem Leben mit all seinen Geschehnissen ANTWORTEN.  

Der Oktober mit seiner klaren Zahlenqualität der Zahl 10 möchte dich unterstützen, sämtliche Verantwortungs- und Schuld-Knoten zu lösen.

Er möchte dich einladen, deine Verteidigungspanzer abzulegen und dich mit allem zu zeigen, was du bist. (Die Null in der Zahl 10)

Er möchte dich auffordern ehrlich zu dir selbst (Die Zahl 1) zu stehen. Zu deiner Kraft, zu deiner Meinung, zu deiner Liebe und ja, auch zu deiner Verletzlichkeit.

Damit du endlich aus den Gefängniszellen der Schuld, des schlechten Gewissens und der anstrengenden Angriffshaltung ausbrechen kannst.

Nochmal: VerANTWORTung ist aus meiner Sicht unsere Fähigkeit, selbst entscheiden zu dürfen, wie wir dem Leben mit all seinen Geschehnissen ANTWORTEN.  

Ist das nicht ein segensreicher Schöpferfunken? Die Fähigkeit zu besitzen, auf das Leben in all seinen Facetten auf deine Art antworten zu dürfen? Eine Art, die weder belastend noch schuldzuweisend sein muss?

Lass mich dir ein Beispiel geben, das keinerlei Schöpferfunken erkennen ließ:

Vor einigen Tagen wurde ich unfreiwillig Mithörerin eines Gesprächs, in dem eine Dame verärgert laut erklärte: „Solange die Verantwortlichen nichts verändern, mache ich weiter wie bisher! Ich lass mir doch keine Vorschriften machen. Sollen die Großen doch erst mal selbst handeln!“

Ich hätte sie gerne gefragt, WEN genau sie mit „die Großen“ meinte. Ich hätte sie auch gerne gefragt, WER bitte, sind denn die aus Ihrer Sicht Verantwortlichen? Und WAS bitte, hindert Sie daran, sich Ihrer eigenen Verantwortung zu stellen?

Doch was genau liegt denn tatsächlich in unserer eigenen Verantwortung?

Wer seiner Verantwortung gerecht werden will, kann folgende Punkte für sich selbst reflektieren:

1. Überprüfe, ob und in wie weit du die Situation überhaupt beeinflussen kannst.

Ich glaube zwar, dass wir jeden Moment einflussreicher sind, als wir vielleicht glauben. Und dennoch gibt es Situationen, die wir nicht in der Hand haben. Bleiben wir beim Beispiel Umwelt. Die Fehler, die in der Vergangenheit passiert sind, können wir nicht mehr verändern. Aber wir können jederzeit mit einem klaren Bewusstsein durchaus auch im kleinsten Rahmen etwas für unsere Zukunft tun.

Ein weiterer Gedanken ist, sich bewusst zu machen, dass unsere Verantwortung nicht darin besteht, anderen Menschen unser eigenes Verantwortungsgefühl aufzuzwängen oder gar verbal „einzuprügeln“. Wer Veganer sein will, bitte gerne. Wer Fleisch konsumieren will, bitte, gerne. Unser eigenes Verantwortungsbewusstsein sollte eher eine Vorbild-Funktion beinhalten, als entrüstete Klugscheißereien.

2. Bleibe deinen Werten treu

Ich muss zugegeben, das ist nicht immer einfach in einer Gesellschaft, die Anpassung erwartet und die uns so viele Idealvorstellungen vorgibt. Keiner von uns ist verantwortlich für das, was alle anderen tun. Aber jeder von uns ist immer verantwortlich dafür, wie er/sie darauf reagiert. Wenn es gelingt, die eigenen Werte zwischendurch zu hinterfragen und dich immer wieder neu auf sie auszurichten, gehst du auf einem guten Weg.

3. Denke nach! Vor Reaktion steht Reflektion

In einem Zeitalter der Hochgeschwindigkeits-Anforderungen nicht immer einfach. Wir nehmen uns kaum noch Zeit für Reflektion, und reagieren häufig viel zu schnell, bevor wir die Situation reflektieren und uns hinterfragen: „Habe ich diese Situation durch meine Haltung negativ beeinflusst oder hätte ich auch anders handeln KÖNNEN?

4. Höre auf, andere für dein Glück verantwortlich zu machen.

Neulich sagte eine Kundin zu mir, dass sie – wenn ich ihre Anreise in eine Kloster-Auszeit nicht organisieren würde – ihre Anmeldung stornieren würde, obwohl sie extra Urlaub genommen hätte. Nun, ich bin Seminarleiterin und kein Busunternehmen. Trotzdem war ich bemüht, eine Lösung für sie zu finden. Aber es ließ sich nicht einrichten. Dann entbrannte noch eine ungute Diskussion um die Stornierungskosten. Wessen Verantwortung war es, dass sie nun nicht teilnehmen konnte? Und damit wären wir schon beim nächsten Punkt.

5. Überwache deine eigenen Erwartungshaltungen.

Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass unsere Erwartungshaltungen nicht zwangsläufig von anderen erfüllt werden müssen. Für die Erfüllung dessen, was ich vom Leben erwarte, bin ausschließlich ich selbst verantwortlich. Wenn du dir diesen Punkt verinnerlichst, steigst du aus jeder Opferrolle aus.

6. Treffe eigene und ehrliche Entscheidungen.

Ein ganz spannendes Thema! Ich glaube sogar, dass dieser Punkt einer der Haupt-Themen in Verbindung mit Verantwortung ist! Ich erlebe in vielen Coachings immer wieder Menschen, die gar keine Entscheidungen fällen (können) und verzweifelt sind, dass dann das Leben selbst oder andere Menschen für sie entscheiden. Hörst du auch wieder die „Opfer-Nachtigall“ trapsen?

Ich erlebe jedoch auch Menschen, die Verantwortung an sich reißen, um danach völlig überfordert zu sein. Jede (oder auch keine) Entscheidung birgt in sich immer eine Verantwortung. Wer weise bereits im Vorfeld abwägen kann, ob mit einer Entscheidung auch die Verantwortung dafür getragen werden kann, wird weitaus selbstbestimmter im Leben agieren.

7. Steige aus Dramen aus.

Wer sich zu häufig mit alten und mit (vielleicht sogar noch unsichtbaren) Dramen beschäftigt und sich dann wundert, wenn das Erdachte eintritt, fühlt sich häufig dem Schicksal ausgeliefert und antwortet dem Leben dann mit „Das habe ich mir doch gleich gedacht!“. Es ist ein Lebensgesetz, dass wir nicht nur Verantwortung für unsere Taten, sondern auch für unsere Gedanken übernehmen sollten. Aktive und positive „Gedanken-Hygiene“ durch Achtsamkeit und Präsenz kann deutlich befriedigender zu einem erfüllten Leben beitragen. Dazu gehört auch der der nächste Punkt:

8. Nutze aufrichtige und authentische Wegweiser.

Wer seine JA‘s (oder auch seine NEIN‘s) als deutliche Wegweiser aufstellt, kann jeglichem Schuld-Komplex entfliehen. Schuldzuweisungen und Schuldaufbürdungen minimieren sich deutlich mit einem authentischen . Signal. Natürlich sehe ich es als meine Verantwortung, den Schwächeren zur Seite zu stehen. Ich darf mir aber auch der Verantwortung bewusst sein, dass zu viel Hilfestellung einem anderen die Chance auf sein eigenes Wachstum raubt.

9. Beginne bei dir und bleibe bei dir.

Wenn es dir a) gelingt, mehr und mehr bei dir selbst zu bleiben und dennoch mit offenen Augen (und ohne erhobenen Zeigefinger) durchs Leben zu gehen und es dir b) möglich wird, die Verantwortung nicht länger als Bürde oder Last zu empfinden, sondern sie als die Antwort zu sehen, die du selbst deinem Leben und deinen Situationen gibst, dann wird Verantwortung zu einem kraftvollen Schöpfer-Funken, der dir sehr viel Befreiung bringt und „nebenbei“ noch die Welt jeden Tag ein kleines bisschen friedvoller und schöner macht. In meinen Kloster-Auszeiten zeige ich dir, wie du noch viele weitere Schöpfer-Funken in dir findest und zum Leuchten bringst.

Ich wünsche dir einen verantwortungsbewussten Oktober und ein aufschlussreiches Beobachten deiner Gefühle. Erzähl mir HIER oder unten im Kommentar gerne von deinen Beobachtungen.

WEIL DU WICHTIG BIST!

Herzliche Grüße

Silke


4 thoughts on “Das Gefühl des Monats Oktober: Verantwortung

  1. Karin says:

    Ein ganz wundervoller Artikel liebe Silke. Ich habe so vieles aus meiner eigenen Wahrnehmung erkannt und auch meine „vermeintlichen“ Fehler entdeckt. Schön und erstaunlich, wie treffend du alles auf den Punkt bringst. Jeder einzelne Punkt ist so wichtig und klar beschrieben. Einfach nur fraulich:-) Danke dafür.

  2. Anja Rödel says:

    Liebe Silke,
    danke für diesen wunderbaren Artikel zum Oktober. Da ist so viel drin, was ich selbst vertrete und versuche zu leben. Und ja, auch versuche weiterzugeben: Die Verantwortung für sich selbst zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen, seine Werte, seine JAs und NEINs zu kennen …. hach. DANKE!

  3. Dr. Annette Pitzer says:

    Liebe Silke,
    aus meiner Sicht rüttelt Greta nicht an unserem kollektiven Verantwortungsgefühl, sie bedient ein Klischee und ebnet über ihre Hintermänner und –frauen den Weg für den kollektiven Ablasshandel. Wer sich auch nur marginal mit ihren Forderungen auseinandersetzt kann die Abstrusität ihrer Aussagen und Handlungen kaum übersehen. Sie dient den Mächtigen und ist ein Instrument um uns von den wirklichen Problemen abzulenken. Wir nehmen Sie gerne um auf die Bösen Umweltsünder mit zu schimpfen und übersehen „wir sind es, die die Umwelt zerstören“. Sie befeuert ein inszeniertes Riesendrama. Und es funktioniert, denn viele Menschen lieben Dramen, nur so können sie etwas spüren. Mit Verantwortung übernehmen hat weder eine Freitagsdemo noch ein Lippenbekenntnis zu tun. Jeder Einzelne ist in der Pflicht! Das ist harter Stoff, da jubeln viele doch lieber einer Greta zu. Niemand soll sich rechtfertigen, sondern in seiner Verantwortung handeln. Und ja Verantwortung hat nichts mit Schuld zu tun, aber Greta wirft mit Schuldzuweisungen nur so um sich. Verantwortung übernehmen ist Selbstermächtigung und geht nur durch Anerkennung der eigenen Macht.
    Alles Liebe
    Annette

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