Gedanken-Perlen im April Teil I

Heute ist der 02.04.2020. Tag X in der neuen Zeitrechnung „CORONA“. Wartezeiten gehören zu unserem Alltag, Genauso wie die Gänsehaut-Schlangen vor den wenigen Geschäften, die noch geöffnet haben.

Während ich schon seit über einer halben Stunde vor der Post in der Warteschlange stehe um meinem Enkelkind das Ostergeschenk zu schicken, habe ich Zeit zum Beobachten. Und Zeit zum Nachdenken.

Als ich Ende 2019 über die Jahresqualität der Zahl 2020 nachgedacht habe, sah ich mit Freude und Spannung auf das neue Jahr.

Ich war gespannt, wie uns das neue Jahr mit seinen beiden Zweiern (2+0+2+0=4) in die höhere Ordnungsqualität der Zahl 4 bringt.

Weil ich die Chance sah, dass wir mit diesen beiden Zweiern aus vielen Zweifeln, vielen Gegensätzen und vor allem aus dem Getrenntsein aussteigen können. Damit mehr „Ordnung einkehrt“.

Schön wär’s… gewesen… Denn im Moment sind wir noch weit weg von der ersehnten Ordnung… auch wenn uns ein paar Licht-und Liebe-Junkies das schönreden wollen (aus meiner Sicht viel zu früh und außerdem ziemlich unpassend aus der Sicht derjenigen, die jetzt so richtig drinhängen!) Mehr dazu demnächst im Teil II der Gedanken-Perlen April.

Bevor ich mich jedoch jetzt um Kopf und Kragen rede, möchte ich zuallererst von dir wissen:

Ist bei DIR alles In Ordnung? Wie ist deine aktuelle Situation?

Bist du in Ordnung, wenn du deine eigenen Gedanken beobachtest und die Gedanken aus der Welt da draußen mal nicht mit hinein nimmst?

Bist du in Ordnung, wenn du für einen Moment jeden Widerstand loslässt, alle Meinungen vergisst, jede Überlegung ignorierst, die deine Welt in VOR und NACH dem Virus einteilt?

Gelingt dir das?

Mir fiel es in den letzten Tagen tatsächlich deutlich schwerer bei mir selbst zu bleiben und meine innere Ruhe wieder zu finden.

Obwohl ich (gerade als überzeugte Offline-Trainerin) aktuell weder Kloster-Auszeiten noch Workshops durchführen kann, zeigte sich ganz schnell: Gerade jetzt gibt es viel für mich zu tun. Und mir war sofort klar:

ICH werde weder aus dieser Krise noch aus den akuten Notsituationen meiner Klienten Profit rausholen, sondern biete – solange es mir irgendwie möglich ist – meine E-Mail-Beratungen und Telefon-Coachings kostenlos für all diejenigen an, die jetzt im Kreis laufen.

Natürlich sitze ich jetzt stundenlang am PC und am Telefon, aber es ist für mich in Ordnung. In einer so anstrengenden Zeit, die so unglaublich viel von jedem Einzelnen abverlangt, ist es für mich selbstverständlich, jetzt für diejenigen da zu sein, die sich keine Unterstützung aufgrund der aktuellen Situation mehr leisten können, aber diese dringend benötigen. 

Allerdings beschäftigte mich noch etwas ganz anderes:

In den letzten Tagen beobachtete ich nämlich etwas, das mir so noch nicht passiert ist!

Immer wieder zeigte sich mir ein inneres Bild. Ein Bild von einem seltsamen Seeigel, dessen Stacheln wie ein Magnet sämtliche negativen Gedanken und Gefühle der Welt an sich zog.

Mein Hirn wollte nicht mehr zu Ruhe kommen.

Sobald ich mich zurückziehen wollte, ratterten und stolperten meine Gedanken wie eine schlecht geölte Nähmaschine. Ständig sprang mir der „rote Faden“ aus der Spur, als hätte ich ihn falsch eingefädelt.

Meine Kopfkino hechtete mal nach oben, mal nach unten, wechselte ständig von gut nach schlecht, von richtig nach falsch. Es sammelte unaufgefordert Daten und kontrollierte irgendwelche Fakten, um alles kurzerhand wieder zu verwerfen…

Es warf mich permanent aus meiner eigenen inneren Ordnung und aus den für mich so wichtigen Momenten des HIER UND JETZT.

Völlig aufgestachelt von der Informationsflut entschied ich mich – um wieder zur Ruhe zu kommen – für ein paar Tage Digital Detox und landete…

…endlich wieder bei mir.

Plötzlich wurde mir klar:

  • Eine innere Ordnung lässt sich nicht herstellen, wenn die äußere Unordnung die komplette Aufmerksamkeit an sich zieht.
  • Eine innere Ordnung wirbelt wild durcheinander, wenn die äußeren unordentlichen Einflüsse nicht mehr direkt beeinflusst werden KÖNNEN.
  • Die innere Ordnung verliert sich mehr und mehr, wenn das eigenes Bild von Ordnung nicht mehr von außen widergespiegelt wird.

Was passiert in solchen Momenten?

Am besten kann ich dir das in einem kleinen Beispiel erklären:

Stell dir ein 8 oder 9-jähriges Kind vor, das sein Zimmer aufräumen soll. Da sitzt es nun in seinem äußeren Chaos.

Völlig überfordert redet es die Umstände schön. „So schlimm ist es doch gar nicht!

Dann sucht es nach Ausweich- und Ablenkungs-Manövern. „Ich mach das später!“ oder „Jetzt muss ich erst mal ...“

Irgendwann packt es maulend und schimpfend die schmutzigen Klamotten unters Bett, stopft alles was sonst noch so herumliegt in den Schrank, presst die Schrank-Türe zu und stürmt nach 2 Minuten aus dem Zimmer und ruft: „Alles wieder in Ordnung, darf ich jetzt zum Spielen raus?“

Doch DEIN Bild von Ordnung ist ein völlig anderes als das Ordnungsempfinden dieses Kindes.

Genau das passiert im Moment da draußen.

Corona hat Chaos verursacht. Irgendwer stopft und räumt auf. In allen Variationen. Dennoch ist nichts mehr unter Kontrolle. Nichts ist mehr in Ordnung.

Unser eigenes Bild von „alles ist in Ordnung!“ findet keinen Platz mehr. Plötzlich befinden wir uns mitten drin im Chaos, weil keiner von uns mehr sein Bild von Ordnung mitbestimmen kann.

Völlig überfordert reden auch wir dieses Chaos schön.

Na klar ist es für mich völlig in Ordnung, dass wir zuhause bleiben…“

„Ja irgendwie tut mir der Rückzug auch gut…“

Endlich kann sich die Welt erholen…

Dann laufen unsere ersten Hauruck-Aktionen an. Hier noch schnell was organisieren, dort noch panisch alles auf online umstellen. Da noch etwas provisorisch aufräumen. Und dann flüchten auch wir in unser

Typisches Ausweichmanöver. Ruck zuck ab auf den virtuellen Spielplatz. Einen Spielplatz den ich I-A-T. nenne.

I-A-T steht für Indoor-Ablenkungs-Training. DAS funktioniert immer und ganz besonders gut auch jetzt. Warum erkläre ich dir gleich. Schauen wir uns erst mal das I-A-T genauer an.

Dein Indoor-Ablenkungs-Trainings-Platz 1: Der Fernseher:

Du setzt dich vor dem Fernseher. Doch statt deiner Lieblingssendung gibt es Sondersendungen zum Thema Corona. Einerseits saugst du gierig alle Informationen auf, doch irgendwann hast du genug davon. Reizüberflutet zappst du weiter. Kurz erinnerst du dich daran, dass es auch noch Bücher gibt, oder Zeitschriften. Doch irgendwie fühlt sich das nicht so gut an. Du kannst dich nur schwer konzentrieren. Da ist Berieselung doch einfacher und schwupp bist du auf

Deinem Indoor-Ablenkungs-Trainings-Platz 2: Das Handy

Was für ein Glück, dass genau jetzt eine Whatsapp reinkommt. Hurra, ein Lebenszeichen von der Welt da draußen. Fröhlich nimmst du dein Handy in die Hand. Aber es ist nur wieder eines der 1000 Blabla-Bildchen, das gar nicht zu deiner Stimmung passt. Dann folgen 1000 Blabla-Videos von 1000 meist selbsternannten Experten, die dir jetzt sagen, was wichtig ist. Was richtig ist. Was du jetzt tun musst. Doch es fühlt sich irgendwie alles sch… an. Du tippst genervt einen Daumen-Hoch-Smiley, damit der andere wenigstens den Eindruck hat, du hättest seine Infos tief und dankbar inhaliert. Jetzt hilft dir nur noch

Dein Indoor-Trainings-Platz 3: Die Online-Belohnung:

Ruck zuck wirfst du dir eine Belohnung in den Warenkorb. Irgendwas MUSST du doch in dieser Krise tun. Jetzt hättest du endlich Zeit für einen Online-Kurs. Oder für ein gigantisches „Wie-Geht-Es-Weiter-Programm. Hurra, die Krise lebt.

Doch kurz vor dem Klick auf den Bezahlen-Button fühlt es sich komisch an: Angst kriecht hoch: Kann ich mir das überhaupt noch leisten? Was kommt in Zukunft auf mich zu? Behalte ich meinen Job, wirft meine Selbstständigkeit noch genügend ab? Darf ich in dieser Situation… usw. Mit einem kurzen Klick hättest du dich fast weg gebeamt. Hauptsache weg vom Denken. Weg von den Sorgen. Hin zur Konsum-Belohnung. Damit dein schlechtes Gewissen nicht anhält gibt es die nächste Ablenkung. Yeah! Mit einem Sprung befindest du dich auf

Deinem Indoor-Trainings-Platz 4: Das World Wide Web:

Es ist dein bester Freund in diesen Tagen. (Nur in diesen???) Sofort bist du mitten drin in der Welt und nicht mehr allein. Hier wirst du verstanden. Freude schöner Götterfunken-Videos im Wechsel mit Massenbeerdigungen. Die nächsten Möchtegern-Experten stehen auf der Matte – Beängstigende neue Information contra Fake News. Spirituelle Hoffnungsträger versus verantwortungslose Verschwörungstheoretiker. Ergebnis? Null. Du entscheidest dich: Es ist Zeit zum Schlafengehen. Ohne schlechtes Gewissen. Genug getan… PC aus. Wecker stellen. Jetzt braucht es nur noch kurz einen Klick in

Deinen Indoor-Trainings-Platz 5: Die Social-Media-Kanäle:

Da sind sie endlich, die frohen Botschaften: Komm in unsere Challenge! Nutze jetzt das Corona-Angebot! Poste ein Bild aus guten Tagen. Lass uns in das Netz in Liebe tauchen…Bla bla bla. Du hinterlässt auch hier ein Däumchen, da ein Herzchen, regst dich kurz über dieses auf, freust dich über jenes… Indoor-Ablenkungs-Training endlich gelungen? Tatsächlich. Für einen Moment. Vielleicht. Alles in Ordnung. Scheinbar. Aber:

Es ist als strampeln wir in einem großen Zirkeltraining, ohne zu wissen, wann wir wieder aussteigen können.

Das I-A-T ist so vertraut. Nicht erst seit Corona-Zeiten ist es der scheinbar perfekte Platz für „Alles ist in Ordnung!“. Aber: Diese Zeiten verändern etwas an unserem gewohnten Verhalten. Und das ist jetzt wirklich positiv!

Jetzt erkennen wir endlich, dass die anonymisierte virtuelle Welt nicht das reale echte Leben ersetzen kann. Sie kann Distanzen zwar überbrücken. Aber niemals das echte pure Leben ersetzen.

Jetzt wird uns schmerzhaft klar:

Unordnung beginnt im Kopf. Ablenkung auch. Doch echte Ordnung ist keine Kopfsache. Ordnung entsteht durch ein inneres Gefühl.

Silke Steigerwald

Erst jetzt spüren und erkennen wir, (wie immer, wenn’s weh tut), dass wir unsere eigene innere Ordnung nur dann herstellen können, wenn wir

  • eine verlässliche Sicherheit in uns spüren.
  • eine authentische Wahrheit empfinden.
  • Echtheit und Tiefe wahrnehmen.

Dann ist wirklich alles in Ordnung. Dann sind wir selbst in Ordnung.

Nach 4 Tagen Digital Detox war ich wieder bei mir.

Endlich konnte ich mich im HIER und JETZT wieder finden und mich „in Ordnung“ bringen.

Ich konnte wieder spüren, dass mein Sicherheitsbedürfnis niemals durch das Außen genährt wird, sondern von mir selbst immer und immer wieder neu ausgerichtet werden muss.

Ich konnte wieder spüren, dass das scheinbar wohlige virtuelle Blabla „Gemeinsamsindwirstark“ nur durch echte Nähe und aufrichtigen Kontakt einen stabilen Halt und authentische Zuversicht gibt.

Wow, du hast bis hierher gelesen? Alle Achtung. Das finde ich jetzt mega in Ordnung ;-). Danke.

Damit auch du in deine innere Ordnung zurückfinden kannst, und warum genau deine innere Ordnung so wichtig für die äußere Ordnung ist, erzähle ich dir in den Gedanken-Perlen Teil II in den nächsten Tagen.

Dort verrate ich dir auch ein paar meiner bewährtesten Strategien und effektivsten Übungen, die dich gerade jetzt, mitten im Chaos, wieder in Ordnung bringen.

Dafür musst du übrigens KEINEN Online-Kurs buchen! Diese Tipps bekommst du völlig kostenlos hier auf meinem Blog. Und bis dahin könntest du dein I-A-T einfach mal sausen lassen und stattdessen in dich hinein spüren, was DU für deine innere Ordnung brauchst.

Schreib mir gerne eine Mail unter email hidden; JavaScript is required. Dann packe ich auch für dich die perfekte Strategie und Übung in den nächsten Blog-Artikel hinein. Selbstverständlich anonym und unter Beachtung aller datenschutz-relevanten Bedingungen. Ich freu mich auf deine Nachricht.

WEIL DU WICHTIG BIST

Herzliche Grüße

Deine Silke


3 thoughts on “Gedanken-Perlen im April Teil I

  1. Birgit Jourdan says:

    Liebe Silke,
    Ich stelle mal wieder fest – Empfindungen und Gedanken auf gleicher Wellenlänge kann auch ein Virus nicht stoppen 😎

    Ich plädiere auch immer noch für einen gemeinsamen Spaziergang. Von mir aus auch mit 2 m Abstand und Tee aus dem Thermosbecher 🤣

    Danke für den schönen Artikel und herzliche Grüße aus dem maison malou
    Biggi

    • silke2014 says:

      Liebe Biggi,

      das hat du schön formuliert. Und jaaaa ein gemeinsamer Spaziergang ist längsts schon überfällig… Sobald ich durch meine
      Email-Berge durch bin… das könnte in ein paar Tagen soweit sein 😉
      Danke für dein Teilen auf FB und diesen lieben Kommentar hier ♥ Und ich sag jetzt einfach mal
      BIS BALD
      Herzliche Grüße
      Silke

  2. Pingback: Gedanken-Perlen im April Teil 2 | Silke Steigerwald

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