Manchmal sitzt du da – mit einem Kopf voller Gedanken. Wie so viele andere Menschen versuchst auch du, deine Probleme und Themen rein rational zu lösen.
Du drehst und wendest sie, suchst nach Antworten, nach Lösungen, nach einem klaren Weg.
Du willst verstehen. Begreifen. Analysieren. Verändern. Verbessern. Erledigen.
Und doch bleibt etwas in dir völlig unbewegt
Dabei weißt du genau, was du tun müsstest. Nur: Du tust es trotzdem nicht.
Du hast zwar alle Argumente der Welt, spürst aber keinerlei inneren Antrieb oder Bewegung.
Irritiert prokrastinierst du. Damit du wenigstens etwas tust. Dein Gewissen beruhigst. Genug Erklärungen – oder sollte ich eher sagen „Ausreden“ parat hast?
Was passiert da eigentlich in dir? Und wieso behauptet jeder: „Veränderung beginnt im Kopf?“ wenn das doch nicht funktioniert?
Wenn Denken nicht mehr weiterführt
Wir leben in einer Welt, in der ein klarer, strukturierter und kontrollierender Verstand geschätzt wird. Kein Wunder, dass wir MeisterInnen darin geworden sind, zu analysieren, zu planen, zu verstehen, zu lösen…
Aber was, wenn sich der Kopf ständig in Schleifen verliert?
Eine leise Ahnung steigt in dir auf:
Was, wenn der Kopf die Sprache des Herzens vergessen hat?
Was, wenn Veränderung und Problem-Lösung mehr braucht als logisches Wissen und Erkenntnis?
Was, wenn das Denken Berührung braucht – Berührung in dem Moment, in dem du aufhörst, dich zu erklären, und du beginnst, etwas mehr zu spüren?
Was wenn du plötzlich zu fühlen beginnst, was dich wirklich bewegt?
Vielleicht ist es genau diese Berührung – mit dir selbst, mit dem Moment –, die den Kopf entlastet und Raum für echtes Erkennen schafft.
Beginnt wahre Klarheit dort, wo das rationale Verstehen aufhört?
Sicher, denken allein kann klug machen, kann Lösungen finden, kann Wege weisen.
Wahre Klarheit entsteht aber erst dort, wo das rationale Verstehen aufhört. Dort, wo Stille Raum gewinnt, und das Gefühl sich wie ein leiser Leitfaden durch die Wirren des Verstandes bewegt.
Dort, wo das Herz leise flüstert, und wir spüren, dass jede Wendung, jede Unsicherheit, Teil eines größeren Rhythmus ist.
Dort, wo wir fühlen, wo wir hin(ge)hören, wo wir verstehen, ohne es erklären zu müssen. Dort wo der Verstand einen Moment lang schweigt, und das Herz leise spricht.
Genau dort beginnt wahre überzeugende Klarheit und Wahrheit. Dort begegnen wir der Weisheit, die wir suchen. Sie war nie weg – sie lebte immer in uns, geduldig wartend darauf, dass auch sie eines Tages über das Herz gehört wird.
Weisheit entsteht erst dort, wo Herz und Verstand sich begegnen. Hier beginnt die Magie des Herz-Vertrauens und des Verstand-Glaubens. (Silke Steigerwald)
Der Körper als weiser Ratgeber
Dein Körper lügt nie. Er zeigt dir, was du längst weißt – bevor du es denken kannst.
Ein Druck in der Brust. Ein Kloß im Hals. Diese Müdigkeit, die kein Schlaf auflösen kann.
Der Magen, der sauer reagiert. Dein Nacken, in den sich die Angst krallt. Dein Arm, der kein Erbarmen kennt und keine Umarmung zulässt. Dein Daumen, der schmerzt, weil du dir längst nicht mehr selbst die Daumen drückst. Deine Beine, die Stillstand statt Weiterkommen signalisieren. Deine Hüfte, die eine Umkehrbewegung nicht erlauben will, und die stechenden Bandscheiben, die von heftigen Vorfällen erzählen….
Ich könnte an dieser Stelle Hunderte von Beispielen geben, wie dein Körper mit dir kommuniziert und dich übers Fühlen ins Erkennen bringt.
Doch was ist unser Körper in unserer modernen Zeit für uns geworden? Er wird bewertet, korrigiert, verhüllt, entblößt…je nach Bedarf auf Schönheits-Ideal und Hochleistung trainiert… Ein Tempel der Seele? Schon lange nicht mehr. Und ein Ratgeber? Ganz ehrlich, wann hast du deinen Körper das letzte Mal um Rat gefragt?
Der Moment der Rückkehr – oder back to the roots?
Dabei meine ich nicht, dass früher alles besser war. (Obwohl, bei so manchem Zeitgenossen könnte man davon ausgehen, dass er die alte Welt wieder herstellen möchte…)
Bedeutet Rückkehr also Rückschritt? Nein ganz im Gegenteil. Ich glaube wir brauchen eine radikale Veränderung unseres Denkens, unseres Funktionierens, unseres Begegnens.
Wir brauchen einen Weg, der uns weiter ent-wickelt. Einen Weg, der uns auswickelt aus den Kampf- und Vergleich-Modus-Bandagen.
Statt zu kämpfen, statt uns permanent selbst überwinden zu wollen, statt Hauruck-Lösungen (die meist eh nur eine kurze Lebensdauer haben) einzufordern, sollten wir wieder dafür sorgen, dass unsere Gefühle und die entsprechende Wahrnehmung dieser ein ordentliches Mitsprache-Recht in unserem Verstand finden.
Doch zurück zum Thema. In meinen Coachings und Trainings nenne ich diese Arbeit tatsächlich Momente der Rückkehr. Sie passieren dann, wenn der Kopf still werden kann und du beginnst, dich (wieder) mit der Herzens-Sprache anzufreunden.
Und plötzlich öffnet sich etwas in dir. Erst sehr leise, dann aber echt und wahrhaftig. Du spürst: Veränderung beginnt nicht nur im Kopf sondern genau dort, wo du genau das fühlst, was dich wirklich bewegt. In diesem Moment beginnst du, ungeahnte Lösungen zu entdecken. Doch nicht nur das:
Du entdeckst das ehrlichste JA, weil es einen Freudefunken in dir auslöst. Du erkennst wieder völlig klar ein sicheres Nein, mit dem dich deine Intuition schon immer gewarnt hat. Was für eine wundervolle Rückkehr in deine ureigene Sicherheit. Und der Kopf?
Der Kopf darf verstehen, warum – aber das Herz weiß, wohin
Neulich habe ich in einem meiner Newsletter dazu eingeladen, dem kleinen Wort BLEIB nachzuspüren und dir selbst ein paar Minuten Zeit für dein eigenes ICH zu schenken. Die Übung lautete wie folgt:
Bleib! Für ein paar Momente ganz bei dir und halte die Unruhe aus.
Bleib! Und erlaube dir, jeden Gedanken zu Ende zu denken.
Bleib! Lausche geduldig und lass dich deinem ICH ganz nah kommen.
Bleib! Und fühle jedes Gefühl in dir zu Ende.
Bleib! Um jedem inneren Impuls Raum zu geben.
Ich bekam ganz wundervolle Rückmeldungen darüber, wie gut dieses Bleiben getan hat. Einige erzählten mir von schweren Entscheidungen, die plötzlich ganz leicht fielen. Andere schrieben, jetzt weiß ich, was ich will. Wieder andere schrieben: Was für eine Wohltat und Befreiung.
Sie alle hatten gemerkt: Durch das tiefe sich selbst Spüren verändert sich etwas. Etwas kam in Bewegung. Ein leises Ja, ein Impuls, eine Ahnung von der richtigen Richtung.
Das ist der Anfang. Da beginnt Veränderung.
Nicht, weil du etwas verstanden hast.
Sondern, weil du etwas gefühlt hast.
Und dann darf auch der Kopf dazukommen.
WEIL ALLES VON DIR WICHTIG IST.
Herzlichst Silke




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